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Von den Römern zur Neuzeit

1025 wurde Schwarzenburg geschichtlich erstmals erwähnt als ‚Suarcenburc, später als Schwarzenbourg. Der Namensteil ‚Bourg‘ stammt ursprünglich aus dem germanischen ‚Burg‘ (Festung), kam über das lateinische ‚burgus‘ ins französische, wo er als ‚bourg‘ kleine Städte, grössere Dörfer oder Orte bezeichnet, auf denen Wochenmärkte stattfanden.
Doch bereits die Römer durchquerten die Region Gantrisch. In der Region wurden einige Ruinen aus römischer Zeit gefunden. Es wird angenommen, dass eine der Durchgangstrassen nach Avenches durch die Region führte.
1412 verlieh Savoyen drei Jahrmärkte an Schwarzenburg, den einzigen Marktort der Vogtei Schwarzenburg, dank seiner strategisch guten Lage an der Wegkreuzung zwischen Unter- und Oberland bzw. Ost und West. Schwarzenburg wurde bereits damals zum regionalen Handelsplatz für Vieh, Pferd und Käse zwischen Freiburg und dem Gürbetal. An Markttagen genoss die Bevölkerung ein allgemeines Wirtsrecht. Im späten Mittelalter wechselte die Herrschaft zwischen Freiburg und Bern und brachte dem allgemeinen Volk grosse Armut. 1573-1576 wurde das Schloss erbaut als Herrschaftssitz und als Ersatz für die Grasburg, welche Bern und Freiburg 1423 den Grafen von Savoyen abgekauft hatten. 1798 wurde der Amtsbezirk Schwarzenburg definitiv Bern zugesprochen. Das Schloss ist heute im Besitz einer Stiftung.
1862 wurde Schwarzenburg verkehrstechnisch mit einer täglichen Postverbindung nach Bern erschlossen. Die Eröffnung der Bahnlinie Bern-Schwarzenburg im Jahr 1907 brachte Gewerbe, Ladengeschäfte und zunehmend Industrie in die Region.

Kirchen

Am Südrand des alten Dorfkerns von Schwarzenburg, inmitten von bäuerlichen Bauten und Gärten, steht die am 2. Mai 1463 geweihte Kapelle, die  von Einheimischen kurz "Chäppeli" genannt wird. Das kleine Gotteshaus wurde vom Schwarzenburger Venner Lienhard Schmid als Frühmesskapelle gestiftet und war der heiligen Maria Magdalena geweiht. Sie gehörte zur "Chirchhöri" (Kirchgemeinde) Wahlern und unterstand den Deutschrittern von Köniz. Dem Stifter und der Dorfgemeinde wurde das Versprechen abgenommen, in der Kapelle auf die Erteilung der Tauf- und Sterbesakramente sowie auf alle weitern Rechte zu verzichten.
Im Jahr 1848 musste sie nach vergeblichen Wiederbelebungsversuchen, wegen finanziellen Notstands der Gemeinde zuerst verpfändt und dann verkauft werden. 1859 wurde sie deshalb zu einem Arrestlokal und später zu einer Armenwohnung umgebaut. Erst im  Jahr 1913 wurde das "Chäppeli" durch eine totale Renovierung wieder zu einem Gotteshaus. Sie wurde zur Frühmesskapelle erklärt, damit der Bevölkerung von Schwarzenburg der weite Weg in die Wahlern Kirche erspart blieb. 1916 erlaubte der Kirchgemeinderat, in der Kapelle Taufen, Eheschliessungen und Bestattungen abzuhalten. Heute wird die kleine Kapelle für verschiedene kirchliche Handlungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Die Pfarrkirche Wahlern präsentiert sich stolz und von weitherum sichtbar auf einem Hügelsporn nordöstlich des Dorfes Schwarzenburg. Sie bildet zusammen mit kirchlichen und landwirtschaftlichen Bauten den Weiler Wahlern. Die Form der kleinen Fensteröffnungen, die nur halb so hoch reichten wie die heutigen Spitzbogenfenster, lassen diesen Bau eindeutig der romanischen Epoche (12./13. Jahrhundert) zuweisen.

Das dritte Sakralgebäude der Gemeinde steht in Albligen und wurde 1822/23 durch den klassizistischen Baumeister Daniel Osterrieth erbaut. Der damalige Architekt wurde beauftragt "ein zwar anständiges, aber sehr einfaches Gebäude zu entwerfen", das nicht mehr kosten durfte als 4000 alte Berner Franken. Heute steht die Kirche Albligen unter eidgenössichem Denkmalschutz.

Gemeinde

Die Gemeindeverwaltung ist 1536 erstmals erwähnt und seit 1907 im damals neu erbauten Rathaus des Gerichtsbezirks Schwarzenburg untergebracht. 1825 erhielt Schwarzenburg eine Amtsersparniskasse, 1858 eine Sekundarschule und 1891 ein Bezirksspital (seit 1998 das Pflegezentrum).
Mit wachsender Dorfbevölkerung erweiterte man 1900 den Dorfraum, die sogenannte Burgermarch. Ab 1944 entstanden erste Neuquartiere ausserhalb des Dorfes Schwarzenburg.
2011 fusionierten die Einwohnergemeinde Wahlern und die Gemeinde Albligen zur politischen Gemeinde Schwarzenburg.

Von 1939 bis 1998 sendete der Kurzwellensender der Schweiz aus Schwarzenburg.